
Warum der Tierarzt Hansjürgen Neitzel im Hamburger Tierschutzverein „Rassebestimmungen“ vornimmt
Ich
kenne Hansjürgen Neitzel aus meiner Studienzeit in Berlin. Vor
mehr als 30 Jahren verdingte er sich als Tierarzt im HTV. Sein
Bemühen, vernünftige tierärztliche Leistung dort
anzubieten, scheiterte jedoch oft an den wenig ausreichenden
Ausstattungen dieses Vereins. Gleichwohl bin ich überzeugt, dass
er dort bis zu seiner Pensionierung in diesem Jahr alles versucht
hat, verletzten und kranken Tieren tierärztlichen Beistand zu
gewähren.
Die unrühmliche „Ära Poggendorf“ überstand er ohne sich mit dem „Mächtigen“ anzulegen. Er konnte jedoch sehen, wie sich dieser Verein von einem durchaus engagierten Tierschutzverein in einen Käfig verwandelte, in welchem von der Stadt beschlagnahmte Hunde bis zu ihrer Beseitigung (wie auch immer..) dahinvegetierten, fern jeder Fürsorge als Geisel des Herrn P.
Er sah es mit eigenen Augen. Er hat in all den Jahren seinem Dienstherrn gedient und seinen Job gemacht. Ich kann mich nicht daran erinnern, von Hansjürgen Neitzel jemals ein Wort der Kritik an den widerlichen Zuständen im HTV vernommen zu haben. Gelegenheiten dazu hätte es viele gegeben.
Hansjürgen Neitzel, der Mann der Tiermedizin im Hamburger Tierschutzverein, war ein Mitläufer, ein schweigsamer, seinem Einkommen zugewandter Tierarzt.
Sein ehemaliger Chef Wolfgang Poggendorf muss jedoch seine innere Kritik gespürt haben. Poggendorf sagte mir mal am Telefon, wie er Hansjürgen Neitzel aus der Reserve locken wollte:
„ Sind Sie ein guter Tierarzt? Nein, Sie sind es nicht, sonst wären Sie nicht hier!“
Hansjürgen Neitzel hat diese Demütigungen, wie sicherlich auch andere Herausforderungen ertragen . Und er hat die Ära Poggendorf überstanden, als Pensionär und seit kurzem als Mitglied des neuen Vorstands dieses unrühmlichen Tierschutzvereins. Und er ist zuständig für die Beurteilung von beschlagnahmten Hunden, die weiterhin von den Hamburger Behörden dort abgegeben werden.
Hansjürgen Neitzel macht das, was man ihm anträgt. Obwohl er genau weiß, dass jegliche Rassebestimmung wissenschaftlich gesehen grober Müll darstellt - er ist heute der Mann der Vorverurteilung von Lebewesen, die allein aus rassistischen Gründen im HTV eingeliefert werden.
Ich wünsche mir, dass er das sofort unterlässt und dem Hamburger Tierschutzverein seinen Rücken zukehrt. Mein Vertrauen hat er nicht.
Dirk Schrader, Hamburg